Und wieder liegt ein reich befrachtetes, überaus interessantes Windhund-Wochenende hinter uns. Am Samstag durfte ich erste persönliche Kontakte knüpfen mit verschiedenen aktiven Leuten vom Windhund-Rennverein Kleindöttingen. Trotz eher schwierigem, nasskaltem Wetter wurde der geplante Arbeitstag durchgeführt, witterungsbedingt mit leicht reduziertem Programm. Wir weiblichen Wesen nahmen die Innenräume energisch unter unsere Putzlappen, bis alles blitzte und glänzte und alles Material, Getränke und Küchenutensilien wieder hübsch säuberlich an ihrem Ort standen, während die kräftigen Herren der Schöpfung in toller Teamarbeit das grosse Wirtschaftszelt aufstellten. Wir waren eine erstaunlich grosse Truppe, welche dem garstigen Wetter trotzte und guten Mutes fröhlich und kräftig Hand anlegte. Es war eine schöne erste Begegnung mit diesem Verein, ich freue mich auf die kommenden Renn-Trainings auf der Sandbahn in Kleindöttingen.


Rennbahnschnuppern 1


Gegen Abend fuhr ich dann zu meinem ersten Treffen mit den Windhundfreunden Zentralschweiz, die GV stand an. Meine beiden Sloughis durften diesmal mitkommen. Im Gasthaus Bären in Kölliken wartete eine einladend vorbereitete grosse Tafel auf uns, einige der Vorstandsmitglieder waren bereits da und mit letzten Vorbereitungen beschäftigt. Wir Neulinge im Verein wurden sehr herzlich begrüsst, insbesondere die beiden jungen Sloughis wurden ausgiebig bewundert und beschmust. Eine speditiv durchgezogene GV folgte, das Jahresprogramm wurde vorgestellt, und anschliessend konnten wir bei lockeren freundschaftlichen Gesprächen ein wunderbares Abendessen geniessen. Ich freue mich, in dieser netten Gruppe von freundlichen, kultivierten und windhunderfahrenen Menschen so herzlich aufgenommen worden zu sein, und freue mich bereits heute auf die geplanten Anlässe, so ganz abseits von Windhundrennen und -Ausstellungen - Anlässe wo es nicht um Konkurrenz und Titel geht, wo einfach das gesellige Zusammensein gepflegt werden kann mit der "Faszination Windhunde" im Zentrum.


Rennbahnschnuppern 2


Heute Sonntag stand nun unser erster Kontakt mit einer Windhundrennbahn "in echt" auf dem Programm. Der Windhundsportverein Bern hat sein erstes Rennbahntraining der Saison heute auf dem Programm. Gestern erst war das dicke Couvert mit allen Unterlagen bei mir eingetroffen, ich bin also als Neumitglied aufgenommen, gerade noch rechtzeitig zum Saisonstart. Bei inzwischen dichtem Schneegestöber hatte ich mich gestern abend noch telefonisch vergewissert, dass dieses erste Training auch tatsächlich stattfindet, und heute hatten wir neugierig und voller Vorfreude den Weg zur Windhund-Rennbahn Lotzwil erstmals unter die Räder genommen. Es war eisig kalt, Aprilwetter vom feinsten mit abwechselnd dicken Wolken, Schnee- oder Graupelschauern und heiter Sonnenschein...   wie wĂĽrden wohl Parween und Qa'ani auf der Rennbahn reagieren? WĂĽrden sie den laufenden Hasen annehmen, oder eher wie zwei grosse Fragezeichen stehen bleiben?


Rennbahnschnuppern 3


Der Empfang beim Vereinshaus war herzlich und hilfsbereit, ich outete uns natürlich gleich als absolute Neulinge die überall Hilfe benötigen. Wir hätten uns keinerlei Sorgen machen müssen, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft begegnete uns an allen Ecken. Wir wurden als Neumitglieder allenthalben herzlich begrüsst - der erste Trainingslauf unserer beiden Sloughi-Joungsters wurde uns sogar geschenkt! Wir bekamen die Laufnummern 9 und 13 zugeteilt. Die Stimmung rund um die Rennbahn war sehr freundlich, fröhlich und unkompliziert. Hunde von vielerlei Windhundrassen waren zum ersten Training der Saison gekommen. In besonders grosser Zahl schien uns heute die Gruppe der Barsois präsent, offensichtlich ist hier in der Gegend eine Barsoi-Züchterin aktiv. Daneben sahen wir auch viele Whippets, einige Windspiele, einige glatt- und rauhhaarige Galgos und drei wunderschöne, imposante Deerhounds. Ein eleganter Afghane war da, sowie auch einige Salukis. Unsere beiden Bahn-Neulinge waren heute die einzigen Sloughis auf dem Gelände.


Rennbahnschnuppern 4


Parween und Qa'ani waren sehr aufgeregt, sie interessierten sich brennend für all die spannenden Düfte und Gerüche rund um die Rennbahn und all die neuen Hunde. Wir waren zeitig genug angekommen, ich spazierte mit meinen Jungspunden auch auf die Rennbahn und zeigte ihnen vor Trainingsbeginn die dort bereitliegende Hasenattrappe, welche beide neugierig beschnüffelten und probeweise auch mal in den Fang nahmen. Ansonsten aber schien dieses fremde, bewegungslos daliegende Ding sie nicht weiter zu interessieren. Viel spannender für sie war all das bunte Treiben rund um die Bahn herum. Auch als die ersten Hunde mit ihren Trainingsläufen begannen, schenkten Parween und Qa'ani dem vorbeifliegenden "Hasen" und den hinterher hetzenden Hunden kaum Beachtung, ich war mir also meiner Sache ganz und gar nicht sicher, ob sie dann auf der Rennbahn überhaupt begreifen würden worum es hier ging.


Rennbahnschnuppern 5


Nun kamen wir an die Reihe, Parween sollte als erster auf die Bahn. Natürlich starteten meine Joungsters für's erste freihändig, die Startbox sollten sie erst später kennenlernen. Als der "Hase" vorbeiflog, liess ich den Parween frei, dieser zog sogleich an und lief dem "Hasen" nach. Doch kaum hatte mein Boy etwas Tempo aufgenommen, machte diese elende Hasenattrappe nur noch ein paar kleine Hüpferchen und blieb dann liegen. War's das schon? Um Himmels willen, und das sollte nun Parween's erster Trainingslauf sein? Ich war enttäuscht, ich hatte mir etwas mehr vorgestellt unter Parween's erstem Lauf, mindestens bis zur ersten Kurve hätten sie ihn doch rennen lassen dürfen! Wenn diese enttäuschende erste Rennbahn-Erfahrung bei meinem "älteren" nur nicht gelangweiltes Desinteresse provoziert! Naja, nichts zu machen.


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Als ich etwas später mit Qa'ani zum Start ging fragte ich, ob sie nicht bitte meinen Buben diesmal etwas weiter laufen lassen könnten, falls er mitmacht. Der Qa'ani, der lief dann tatsächlich wie ein Pfeil los, und als er nach wenigen Metern den sehr sehr langsam daherzuckelnden "Hasen" eingeholt hatte und dieser nach einigen "Hüpfern" bereits wieder ruhig dalag, konnte der "Hasenzieher" nach etlichen vergeblichen Aufforderungen dann doch noch dazu gebracht werden, den Hasen wieder anzuziehen, der Qa'ani lief wieder begeistert hinterher - bis um die erste Kurve und noch ein Stück weiter, dann blieb der Hase definitiv liegen. Der Qa'ani verlor nun allsbald das Interesse an dem ruhenden Bänder- und Fellklumpen und kam brav zu mir zurück. Na, dies war für's erste schon mal gar nicht so schlecht.


Rennbahnschnuppern 7


Wir spazierten noch eine ganze Weile zwischen all den andern Windhunden umher, beobachteten die andern Hunde bei ihren Läufen und genossen die heitere und freundliche Stimmung. Da war keinerlei Hektik oder Nervenkrieg, vielmehr lockere Sonntagsstimmung allenthalben. Einige der Hunde liefen ihre Lizenzläufe. Besonders beeindruckend schien mir ein wunderschöner, schneeweisser junger Saluki-Rüde, herausragend schön befedert, gepflegt wie für eine Champions-Ausstellung bewegte er sich an der Rennbahn. Er lief seinen Lizenzlauf tadellos. Schönheit und Leistung beides top, so sollte es sein! Gerne hätte ich meine beiden Rüden nochmals auf die Rennbahn gebracht heute, diesmal für einen etwas längeren Lauf, doch die Pause bis zu den Nachmittagsläufen war einfach zu lang, unsere zuhause gebliebenen Vierbeiner sollten auch zu ihrem Recht kommen. Für heute musste ich's gut sein lassen. Doch wir freuen uns bereits heute aufs kommende Wochenende, da stehen am Samstag Nachmittag in Lotzwil Coursing-Trainings auf dem Programm, und wir dürfen wieder mit dabei sein!

 


Rennbahnschnuppern 8