Das lange Warten hat endlich ein Ende: Meine Chromatische Harfe ist heute eingetroffen!


Im September 2014 beim Harfenbauer in Auftrag gegeben, bei einer versprochenen Lieferfrist von etwa einem Jahr, gab es immer und immer wieder Verz├Âgerungen, so dass ich kaum mehr daran glaubte, dieses Instrument doch noch irgendwann einmal zu erhalten. Doch nun ist es soweit: Meine neue Harfe ist da!

Den weiten Weg von Hamburg in die Schweiz hat mein neues "K├Ânigs-Instrument" heil ├╝berstanden, in voller Sch├Ânheit und bereit um gespielt zu werden steht diese spezielle Zupfinstrument nun in meinem Musikzimmer.

Doch zuerst steht nun das Durchstimmen aller Saiten auf dem Plan, was mit 61 Saiten doch eine ganze Weile dauert.


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Die Besonderheit der Chromatischen Harfe ist, dass jede der Saiten einen Halbton tiefer bzw h├Âher erklingt im Vergleich zur n├Ąchsth├Âheren bzw n├Ąchsttieferen Saite, und alle Saiten sind abwechslungsweise links bzw rechts der Mitte angebracht.


Die Saiten ├╝berkreuzen einander in der Mitte ihrer L├Ąnge, gespielt wird genau dort an der ├ťberkreuzungs-Stelle: Mal zeigt der Spielfinger nach oben, mal nach unten, je nachdem welche der kreuzenden Saiten erklingen soll.

Es kann also in jeder beliebigen Tonart gespielt werden, ohne einzelne Saiten mit Klappen oder Pedalen zuerst passend umstimmen zu m├╝ssen.


Das Stimmen einer solchen Harfe ist gew├Âhnungsbed├╝rftig. Unser Ohr ist es gewohnt, klassische Tonleitern mit Ganz- und Halbtonschritten zu h├Âren. Diese liebe Gewohnheit wird hier v├Âllig ├╝ber den Haufen geworfen.


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Wenn ich, der Einfachkeit halber, zuerst auf der rechten, dann auf der linken Seite alle Saiten nacheinander stimme, so sind dies durchgehend Ganztonschritte. Dies ist derart ungewohnt, dass f├╝r mich zumindest jetzt zu Beginn ein Stimmger├Ąt wirklich Gold wert ist. Auf mein Geh├Âr kann ich mich hier nicht mehr verlassen, dieses "verlangt" richtiggehend nach den Halbtonschritten an den gewohnten Stellen.


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Daf├╝r hat das freie Experimentieren und Improvisieren mit den T├Ânen bei dieser Harfe seinen ganz besonderen Reiz - es sind schlicht keine Tonleitern mehr da, die experimentell-zuf├Ąllig entstehenden Melodien erklingen neu, irgendwie fremd und ungewohnt, ├╝beraus spannend und unerwartet. Allerdings ist die Hand- und Fingerhaltung recht schwierig zu erlernen.


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Dies beginnt schon mit der richtigen Position der Hand, denn die ├ťberkreuzungslinie der Saiten verl├Ąuft in einem schwungvollen Bogen, die korrekte Stelle ist von Auge kaum auf die Schnelle erkennbar. Ohne grossen Fleiss und ├╝ben, ├╝ben, ├╝ben ist da gar nichts zu wollen. Sch├Ân, neu, ungewohnt und anstrengend ist das Spielen auf meiner neuen Chromatischen Harfe. Wie ich es spasshaft gerne mal nenne: Das beste, intensivste Anti-Alzheimer Training, anstrengend und entspannend zugleich.


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Nicht zuf├Ąllig habe ich meine Chromatische Harfe direkt neben einer meiner "Standard-Harfen" platziert: Wenn ich nach meinen Bem├╝hungen an meinem neuen Instrument Lust habe, einfach mal wieder ohne sehr viel denken zu m├╝ssen einfache, sch├Âne Melodien auf der Harfe spielen zu k├Ânnen, so reicht eine leichte Drehung meines Stuhls und ein kleines Zurechtr├╝cken, und schon kann ich leicht und froh meine Finger in gewohnter Manier ├╝ber die Saiten meiner alt-geliebten, gew├Âhnlichen Harfe tanzen lassen....

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