Ein kleines sechsbeiniges gefl├╝geltes Wesen zieht seit Wochen meine Aufmerksamkeit auf sich: Die Honigbiene ist ein unglaublich faszinierendes Gesch├Âpf. Fleissig wie kaum ein anderes Lebewesen auf diesem Planeten fliegen die winzigen gelbschwarz gestreiften Arbeiterinnen zielgenau ihre Bl├╝ten an, sammeln schier unerm├╝dlich aus den Bl├╝tenkelchen den s├╝ssen Nektar und f├╝llen die Pollenk├Ârbchen an ihren Hinterbeinchen mit eiweissrecher Nahrung f├╝r die Bienenbrut, w├Ąhrend sie quasi nebenbei die f├╝r unsere Bl├╝tenwelt so wichtige Best├Ąubungsarbeit vollbringen. Foto: Eine neue Naturbau-Wabe entsteht. Ein solches Kunstwerk entsteht, wenn wir die Bienen selber bauen lassen, ohne ihnen mit einer k├╝nstlichen Mittelwand fixe Vorgaben zu machen...


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Diese mir bis anhin eher fremde, unbekannte Welt der Honigbiene fasziniert mich derart, dass ich nun den Sommer ├╝ber an einer guten Imkerschule Einblick gewinne und Erfahrungen sammle, und das Handwerk der Imkerei erlerne. Mit etwas Gl├╝ck werden vielleicht bald bei uns im Tannenmoos ein paar Bienenv├Âlker einziehen... Foto: Wenn ein Volk gross genug ist, werden die Arbeiterinnen neue K├Âniginnen ziehen. Hierf├╝r bauen sie die grossen, t├Ânnchenartigen sog. Weiselzellen am Rand der Wabe und f├╝ttern die Larve so wie auch die sp├Ątere K├Ânigin mit Gelee Royal.


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Naturnahe Imkerei, fast ein wenig wie ein Zauberwort ber├╝hrt mich dieser Begriff. Wie sch├Ân ist es, ganz hautnah miterleben zu d├╝rfen, wie ein fleissiges Bienenvolk nach und nach im Naturwabenbau seine eigene Wohnung erstellt, ein sch├Ânes Brutnest anlegt und die Honig- und Pollenvorr├Ąte darum herum platziert, wie es w├Ąchst und gedeiht und bald so gross, gesund und stark wird dass es schliesslich einen Schwarm bildet und damit ein neues Volk entsteht. Foto: Ein Bienenschwarm wurde in die Schwarmkiste gepackt und h├Ąngt in Form einer kompakten Traube am Deckel und hat bereits mit dem Wabenbau begonnen. H├Âchste Zeit, ihm sein neues Zuhause zu geben: Der Schwarm wird einlogiert.


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Gute Tracht dieses Jahr, der Honigeintrag der Bienen ist ausgezeichnet, "es hungget" wie der Imker sagt. In den noch nicht verdeckelten Zellen liegt der urspr├╝nglich als Nektar eingetragene k├╝nftige Honig noch nicht fertig eingedickt, und spritzt beim drauf klopfen auf den Tisch. Der fertig eingedickte Honig wird duch die Bienchen mit einem feinen Wachsdeckel verschlossen.
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Heute d├╝rfen wir einen Tag der Honigernte miterleben: Die Honigwaben sind prall gef├╝llt und schwer. Bevor der Honig geschleudert werden kann, werden die feinen Wachsdeckel der Waben mit einer Art breiter, langzinkiger Gabel entfernt, die Waben werden abgedeckelt. Darunter kommt bereits der wunderbar duftende, goldgelb gl├Ąnzende Honig zum Vorschein.
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Nun werden vier sorgf├Ąltig abgedeckelte Honigwaben in die kleine Wand-Honigschleuder gesetzt und der Schleudervorgang kann beginnen. Langsam und sachte wird angeschleudert, und allsbald spritzt der Honig reichlich aus den Zellen in die Schleuder.
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Nicht lange, und der frisch geschleuderte Honig fliesst in breitem Strahl aus der Schleuder ins Sieb und dann in den Honigkessel: Welche Wonne f├╝r jeden Imker, dieser Augenblick wo seiner M├╝he Lohn geerntet werden kann! Dies ist nat├╝rlich auch f├╝r uns Imkersch├╝ler ein einzigartiger Moment in unserer Ausbildung!
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Derweil stehen bei uns im Tannenmoos zwei Magazine fixfertig vorbereitet bereit um unseren allerersten Bienenschw├Ąrmen ein neues Zuhause zu bieten. Leider jedoch haben wir dieses Jahr etwas Pech: Die Bienenkrankheit Sauerbrut grassiert in unserer Region, wir liegen im Tannenmoos zwar noch knapp ausserhalb des Sperrgebietes, aber ob es wirklich Sinn macht unter diesen Voraussetzungen mit der Imkerei zu beginnen... aber es muss ja nicht unbedingt jetzt sein, n├Ąchstes Jahr kommt bestimmt!






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