├ťber die Jahre war in unserem Hunderudel immer mehr Ruhe, und fast ein wenig Eint├Ânigkeit eingekehrt. Die unb├Ąndige Freude am herumspringen und die Welt entdecken ist unseren Hundis mit zunehmender Reife immer mehr abhanden gekommen, es fehlte einfach wieder etwas frischer Wind. In unserer Doggenzucht fehlten die Zukunftsperspektiven, einen neuen Doggenwelpen grosszuziehen in der Hoffnung, dass dieser sich dann vielleicht eines Tages zur Zucht eignen w├╝rde, das war keine Option. In 10 oder gar 14 Jahren - mit etwas Gl├╝ck w├╝rde unsere junge Dogge bzw ihr angedachter Nachwuchs ja dieses Alter erreichen k├Ânnen - w├╝rden die k├Ârperlichen Kr├Ąfte der zweibeinigen Rudelchefin einen derart grossen, schweren und kr├Ąftigen Hund nicht mehr so ohne weiteres problemlos f├╝hren k├Ânnen. Nein, das Hundewesen unserer Wahl sollte nicht unbedingt sehr viel kleiner (sog. "Katzenhunde" sind einfach nicht unser Thema), aber ganz sicher feiner und leichter im K├Ârperbau sein. Da lag es ganz einfach auf der Hand, unseren potentiellen neuen Rudelgenossen in der grossen Gruppe der Windhunde zu suchen - zeigte doch unsere sch├Âne, agile und bewegungsfreudige Lilofee zuminderst in ihren jungen und mittleren Jahren sehr stark das begeisternde Windhunderbe in ihren Genen, ja sie hatte sogar als jugendliches Doggenm├Ądchen einige Plausch-Probel├Ąufe auf einer Windhundrennbahn in unserer Nachbarschaft absolvieren d├╝rfen, dies mit sehr viel Spass und Freude.


Parween 1


Intensives st├Âbern in der vielf├Ąltigen Windhunde-Literatur liess es sehr rasch klar werden: Unsere Wahl fiel auf die wunderbare Rasse der nordafrikanischen Windhunde, genannt Sloughi. Leider gibt es in der Schweiz keine einzige Sloughizucht, welche aktuell oder in absehbarer Zeit einen Wurf planen w├╝rde. Also gingen wir mit unserer Suche ausser Landesgrenze, und fanden in Deutschland bei der Sloughi-Zucht "Schuru-esch-Schams" unseren Traum-Sloughi: Parween sollte er heissen, das arabische Wort f├╝r "Stern", "Star". Bereits in seinem jungen Welpenalter war f├╝r uns klar: Dieser junge R├╝de ist ein ganz besonderer Sloughi, bildh├╝bsch und auch im Charakter genau das was wir suchten, selbstsicher und unerschrocken, etwas forsch und selbst├Ąndig, neugierig und gelehrig, aber dennoch ruhig und ausgeglichen, kein Raufer-Typ und keiner der sich andauernd unter Beweis stellen muss. Wir hatten Gl├╝ck, wir durften unseren Wunschwelpen bekommen, unser grosser Dank geht an die Z├╝chterfamilie I.+E. Schritt!


Parween 2


Parween lebte sich vom allerersten Moment an absolut problemlos in unser bestehendes Rudel ein, er zeigte keinerlei Ber├╝hrungsangst oder ├ängstlichkeit gegen├╝ber unseren grossen Doggenh├╝ndinnen, und insbesondere unser Langhaarweimaraner war f├╝r den kleinen Sloughiwelpen die absolute Attraktion: Charengos ├╝ppiges Wuschelfell war f├╝r den jungen Welpen eine grossartige Einladung zum begeisterten Spiel! Und unser gutm├╝tiger Charengo, l├Ąngst erprobt als Ersatz-Welpenpapa, liess ihn ruhig gew├Ąhren solange der junge Wilde sein Spiel nicht allzu wild trieb. Und wenn dem Charengo die Turbulenzen doch einmal zuviel wurden, so distanzierte er sich einfach sang- und klanglos f├╝r eine Weile.


Parween 3

Unsere Doggenh├╝ndinnen, welche den jungen Welpen anf├Ąnglich sehr liebevoll und nachsichtig in unseren Rudelalltag begleitet hatten, die zeigten sich erstaunlicherweise mit fortschreitender Gr├Âsse und Wildheit unseres Sloughi-Schlingels zunehmend hilflos: Mit ├╝berraschender Deutlichkeit wurde die den Doggen angez├╝chtete hohe Reizschwelle, sprich Aggressionsgehemmtheit sichtbar. Statt sich in angemessener Deutlichkeit zu wehren, wenn der junge Springinsfeld seine Streiche wieder mal deutlich ├╝bertrieb, so dass diesem klar w├╝rde wo die akzeptablen Grenzen liegen, liessen sie den Kleinen einfach ruhig gew├Ąhren, litten still vor sich hin und erbaten sich in ihrer Not Hilfe von der zweibeinigen Rudelchefin. Nat├╝rlich sch├╝tzte ich meine Doggen fortan vor dem heftigsten Sloughi-├ťbermut, und doch tat mir das Herz weh zu erkennen, dass der kleine Windhund mit seinem ├╝bersch├Ąumenden Temperament wohl immer weniger auf seine Rechnung kam: Ihm fehlte ein Spielkamerad von seinesgleichen! Mein Entschluss reifte rasch: Wir mussten baldm├Âglichst einen zweiten jungen Sloughi in unsere Hundefamilie integrieren.

Parween 4