Auf leisen Samtpfoten bist du langsam, leicht und sachte, von uns gegangen an diesem schönen sonnigen Herbst-Sonntag. Migal, unser Ausnahmekaterchen, von der ersten bis zur letzten, durch und durch selbstbestimmten Sekunde deines Lebens durften wir dich begleiten, deine Mama Milena und ich.

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Ein Ausnahmekaterchen warst du bereits zu Beginn deines Lebens, geboren am 30. Juli 2004. Katerchen aus Milena's Achtlingswurf mit dem wunderbaren dichten Fell, das du als einziger unserer 21 Cherikov-Kinderchen so von deinem sch√∂nen Papa geerbt hast. Eure Geburt wurde begleitet von euren vier schon etwas √§lteren Halbgeschwisterchen, die Katzenkinderstube mit den beiden W√ľrfen kann man sich lebhafter kaum vorstellen.

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Bildh√ľbscher Kerl, der du warst, wir wollten dich bei uns behalten und das heranwachsen und reif werden unseres eigenen Deckkaters miterleben.

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Ein Ausnahmekaterchen bist du geblieben, bist ein wundersch√∂ner Kater geworden, deine grossen, ausdrucksvollen Augen haben vom tiefen blau der Babyfarbe √ľber ein lichtes graublau des Jugendlichen zu der traumhaften tiefgr√ľnen Farbe eines erwachsenen Russisch Blau Katers gewechselt...

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... und bald hat durch die Geschlechtsreife dein Interesse an unserer eulengesichtigen Zuchtkätzin Momo eine ungeheure Faszination entwickelt...


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Kraft und Eleganz hast du ausgestrahlt, voll entwickelter Kater. Raubtier auf leisen, samtenen Pfoten auf der Pirsch, hast du im n√§chsten Fr√ľhling in unserem wundersch√∂nen, wilden Garten, dem ehemaligen Stadtgraben von Sursee, immer neue Facetten des Lebens entdeckt..

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.. oder auch ganz einfach die wärmenden Sonnenstrahlen in Freiheit geniessen können: Die Nachbarskatzen hattet ihr Neu-Freigänger in sehr kurzem Prozess wieder aus eurem Reich vertrieben, nun wart ihr wieder Könige im eigenen Garten!


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Alles neu macht der Mai: Die erprobte Katzenmama Momo hat dich mit Engelsgeduld eingef√ľhrt ins Kinderchen machen. Deine ersten Versuche waren wirklich zum lachen, das decken muss halt auch gelernt sein, ein Meister ist noch nie vom Himmel gefallen. Aber irgendwann hat's dann doch geklappt: Am 13. Juli 2005 hat Momo eure f√ľnf wundersch√∂nen, gesunden Kinderchen zur Welt gebracht: Die Vollendung unserer Russisch Blau Katzenzucht.

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Dann kamen ruhigere Jahre: Miteinander haben wir den Umzug in unser neues Heim durchlebt. Die ersten Monate musstet ihr als richtige Baustellenkatzen durchstehen. Bauschuttmulde nach Bauschuttmulde wurde gef√ľllt, abtransportiert, das war f√ľr euch wenigstens eine Art spannender, sich st√§ndig wandelnder Spielplatz.

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All der Lärm und Staub und Dreck, die langsame Veränderung unseres neuen Wohnsitzes, die Wandlung unserer dunklen, alten, 250-jährigen Behausung zum veritablen Schloss am See hat nicht nur euch sensiblen Samtpfoten allerhand abverlangt, aber wir sind alle gemeinsam da durch gegangen, und es hat sich mehr als gelohnt!

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Nun wohnen wir sozusagen im Paradies! Spannende Ausblicke aus schwindelnder H√∂he auf Dorf und See, jagdliche Streifz√ľge durch die Nachbarschaft, die abenteuerlichen Begegnungen mit den vielen Nachbarskatzen, alles ist da was das Herz von euch Samtpfoten nur begehren kann.

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Und im Winter die wohlige W√§rme des behaglich knisternden Holzfeuers im neuen Speicherofen, kuscheln in Gesellschaft mit den andern Katlablu-Katzen, in den √§lteren, ruhigeren Jahren deines Katerlebens ist Gem√ľtlichkeit angesagt.

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Eines, das hast du dein ganzes langes Katerleben lang nie verlernt: Dein Plapperm√§ulchen, mit dem du uns fast pausenlos unterhalten hast. Mit deiner Meinung hast du nie zur√ľckgehalten, mit dir wussten wir immer ganz genau woran wir waren!

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... bis ganz zuletzt, da bist du eines Tages verstummt. Hast ungewohnt viel geschlafen, kaum mehr gefressen, bist mager geworden, knochig und federleicht: Es wurde klar, du gehst deinem Lebensende entgegen. Eine halbe Unendlichkeit schien es, dein Lebenswille war noch immer da. Noch einmal hast du am Samstag draussen die wärmenden Sonnenstrahlen gesucht, doch als die Nacht hereingebrochen ist konnte ich dich einfach nicht da liegen lassen in Kälte und Dunkelheit.

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Still und ruhig, ist deine Lebensflamme ins flackern geraten, und endlich erl√∂scht. Wie das langsame verglimmen einer letzten Glut haben wir deinen letzten Atemzug erwartet. Den ganzen Sonntag warst du noch da unter uns, und doch weit, weit weg, und noch immer hoben und senkten sich deine Flanken. Bis auch diese sachte Bewegung zu Ende war, da hast du noch ganz fein dein linkes Vorderpf√∂tchen bewegt, fast so als wolltest du uns ein letztes adieu winken....   adieu, Migal, unser Ausnahmekaterchen, nun hast du deinen Lebenskreis vollendet. RIP

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